Am 29.11. zeigt das Kinoptikum

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LA GIOIA - SÜCHTIG NACH DIR  it. OmU
La gioia – IT 2026, 113 Min.
Regie: Nicolangelo Gelormini
mit Valeria Golino, Saul Nanni, Jasmine Trinca
Die (wahre) Geschichte einer unheilvollen Romanze in Turin, in Koop mit dem Schio-Verein
Trailer zu LA GIOIA - SÜCHTIG NACH DIR
Weiterlesen... Gioia ist Lehrerin an einer Schule, die auch Alessio besucht. Er, der mit dem Lernen nicht viel am Hut hat, aber reich werden will, verdingt sich in der Prostitution, zu der seine Mutter und deren Freund sie gedrängt haben. Gioia und Alessio erkennen ineinander etwas, als sie ihm Nachhilfe gibt. Oder glaubt nur sie, etwas zu erkennen, während er eine Chance wittert? Denn er setzt ihr den Floh ins Ohr, dass sie weggehen und gemeinsam ein neues Leben beginnen können. Aber dafür brauchen sie Geld. Geld, das Gioia sich ein Leben lang erspart hat …
„Dreams Are My Reality“, der Song des Teenie-Films „La Boum“ ist zu hören, als Gioia davon fantasiert, ein Leben mit Alessio zu haben. Der Song ist Ausdruck für ein Bedürfnis, er ist so ikonisch, dass man sofort Bilder damit verbindet. Die der ersten Liebe und der großen Gefühle. Dinge, die Gioia niemals erlebt hat, weil sie eine Frau ist, die sich immer hintenangestellt hat, die noch immer bei ihren Eltern lebt und mehr deren Pflegerin als deren Tochter ist. Man hört den Song und versteht, wie Gioia tickt. Sie träumt von dieser Romanze, wie es sie nur im Kino geben kann – insbesondere, wenn man weit übers Teenageralter hinaus ist, so wie Gioia, die sich bei Alessio jung fühlt. So jung, wie sie das niemals zuvorgetan hat, nicht mal, als sie selbst noch jung war.
„La Gioia“ lebt von Valeria Golino, aber auch von Saul Nanni als Alessio. Das Zusammenspiel der beiden ist intensiv, und das umso mehr, weil der Altersunterschied fast zu verschwimmen scheint – bis man direkt darauf gestoßen wird. Spannung bezieht auch aus dieser Beziehung, denn als Zuschauer spürt man den klaren Unterschied zwischen Liebe und Bedürftigkeit, wobei letztere die manipulativen Fertigkeiten des jungen Mannes offenbart. Das spielt Nanni sehr vielschichtig, man ist nie ganz sicher, ob seine Figur nun Gioia ausnutzt oder es ernst meint, aber man hat eine Ahnung, und damit spielt der Film.
Technisch ist er exzellent umgesetzt, das Turin des Films ist nie ein Urlaubsidyll, sondern spiegelt die Realität wider. Der Film erschafft so eine ganz eigene Atmosphäre, auch wenn er niemals der Thriller wird, der er hätte sein können, aber dafür ist er ein Drama mit psychologischer Finesse.(programmkino.de)
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CHECKER TOBI 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde
KinderKino – D 2026, 93 Min.
Regie: Antonia Simm
mit Tobi Krell, Marina Blanke
Eine Reise zu den Geheimnissen von Mutter Erde. Gecheckt!
Trailer zu CHECKER TOBI 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde
Weiterlesen... Nachdem in den ersten beiden Tobi-Filmen die Themen Wasser und Luft im Mittelpunkt standen, geht es diesmal um die Erde, genauer gesagt: um den Boden, auf dem wir stehen. Gemeinsam mit seinem achtjährigen Ich reist der erwachsene Tobi um die ganze Welt, immer auf der Suche nach Antworten auf wichtige Fragen.
Die große Reise beginnt zu Hause bei Tobi, der eigentlich gerade beim Ausmisten seines Kellers ist und zwischen altem Krempel inklusive Videospielen, Pupskissen und Klamotten eine alte Videokamera findet. Der Film darin ist ca. 30 Jahre alt und zeigt ihn als neugierigen kleinen Jungen, der die Frage stellt: “Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?” Irgendwann wusste Tobi die Antwort darauf, aber nun ist er schon so lange erwachsen, dass er sie vergessen hat. Und schon geht’s los: Tobi ist sofort in Madagaskar, wo er mit seiner Freundin, der Biologin Hanitra, die exotische Flora und Fauna erforscht. Sie begegnen Lemuren und Chamäleons und Tobi lernt die Baobab-Bäume kennen, die auch „Wächter der Erde“ genannt werden. Ihre Samen sollen gerade nach Spitzbergen gebracht werden, in den weltweiten Saatgut-Tresor. Und natürlich ist Tobi auch hier dabei, jagt mit Schlittenhunden durch die Eiswüste und besichtigt noch nebenbei mit dem Geologen Malte das letzte Kohlebergwerk Norwegens. Die letzte Station ist Mexiko. Hier trifft Tobi die Köchin Samara, die zwar schon seit vielen Jahren in Österreich lebt, aber mit ihrer Heimat sehr verbunden ist. Mit ihr gemeinsam erforscht er die Spuren der Mayas und ihren Umgang mit der Umwelt.
Checker Tobi, gespielt von Tobias Krell, bleibt dabei immer ganz der neugierige, freundliche und zugewandte Erklärer, der als KIKA-Moderator bekannt und beliebt ist. Er trägt den Film mit seiner natürlichen Ausstrahlung, mit seiner Offenheit und einem guten Gespür für sein junges Publikum. Dabei ist er alles andere als pädagogisierend, und dasselbe gilt für Menschen, denen er begegnet. In realen Begegnungen trifft er überall auf der Welt auf Wissenschaftlerinnen, Forscher und Einheimische, die nicht als trockene Stichwortgeber auftreten, sondern als lebendige Gesprächspartner. Diese Mischung aus Abenteuer, Dokumentation und persönlicher Erfahrung macht den Film nicht nur authentisch, sondern gibt ihm einen ganz besonderen Charme, der ihn auch für ein erwachsenes Publikum interessant macht. Die Begegnungen mit Tobis jüngerem Ich, den Theodor Latta mit viel Herzlichkeit spielt, sind im Film nur für den älteren Tobi realistisch – dieser kleine kreative Fantasieschlenker gibt dem Film zusätzlich eine gute Portion Humor.
Der Film beeindruckt auch diesmal mit opulenten Naturbildern – die Landschaftsaufnahmen aus Madagaskar, Spitzbergen und Mexiko beeindrucken mit einer manchmal beinahe unwirklichen Schönheit und einer Ästhetik, die Lust macht, sofort auf Reisen zu gehen und selbst die Welt zu entdecken. Der Filmschnitt hält ein gutes Tempo, und zusätzliche Animationen dienen dazu, wissenschaftliche Zusammenhänge kindgerecht darzustellen.
Auffällig ist auch diesmal: Der Film nimmt das junge Publikum ernst, er erklärt komplexe Zusammenhänge verständlich und wahrt dabei eine angenehme Lässigkeit. Das Bewusstsein für Umwelt und Verantwortung entsteht hier nicht durch den erhobenen Öko-Zeigefinger, sondern durch Staunen und Verstehen. „Checker Tobi 3“ ist damit nicht nur ein unterhaltsamer Kinderfilm, sondern auch ein intelligent gemachter Beitrag zum Thema Bildung – spannend, visuell stark und nachhaltig im besten Sinne. (programmkino.de)
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THE BEAUTY OF BALLROOM  OmU
MonatsDoku – 10s Across the Borders – PH/SG/D 2026, 99 Min.
Regie: Sze-Wei Chan
mit Phitthaya Phaefuang, Ong Xing Kai, Xyza Ragunjan
Das lebendige Portrait der "Ballroom" und "Vogueing"-Szene Südostasiens
Trailer zu THE BEAUTY OF BALLROOM
Weiterlesen... Als 1990 der Dokumentarfilm „Paris is Burning“ entstand, war das noch anders, damals waren Mainstream und Subkulturen noch weit voneinander entfernt, ahnten nur die wenigsten der Mehrheitsgesellschaft, welche neuen, ungewöhnlichen Tanzformen von Menschen erdacht wurden, die sich von der Mehrheit ausgeschlossen fühlten.
In Undergroundclubs fanden Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transpersonen und andere Räume, wo sie sich frei bewegen konnten, zumindest für Phasen Schutz vor Übergriffen, auch eine Heimat, ein zu Hause, das ihnen in ihren natürlichen Familien oft verwehrt wurde. Sogenannte Houses entstanden, Ersatzfamilien, die sich zu Tanz-Battles trafen, Wettbewerben, in denen gepost und gevougt wurde, die auf den ersten Blick unterschwellig aggressiv wirken, vor allem aber auch sexy und selbstermächtigend.
Das es am Ende nicht um den Sieg bei einem Tanzwettbewerb geht, sondern um das positive Ausleben einer Identität, wird auch in Chan Sze-Weis „The Beauty of Ballroom“ deutlich, der in loser Struktur drei Menschen aus asiatischen Großstädten folgt, die in der Szene ihrer Heimatländer aktiv sind.
Aus der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur stammt Teddy, mit markanten Tattowierungen auch im Gesicht, der das von Madonna einst für den Mainstream aufbereitete Voguing perfekt beherrscht. In Bangkok in Thailand lebt Aurora Sun Labeija, der erste Thailänder, der auf internationalen Balls tanzte und die Szene in seinem Land mitaufbaute. In seiner Kindheit lebte er als Adoptivkind in Norwegen, nun hat er wieder Kontakt zu seiner leiblichen Mutter, die im ländlichen Thailand lebt und stolz auf ihren Sohn ist.
Und schließlich Xyza Ragunjan aus Manila, auf den Philippinen, auch auch bekannt als Mother Xyza Mizrahi, die zu den einflussreichsten Akteuren der philippinischen Ballroom-Szene zählt. Ihre Positionen und Titel verraten einiges über die internationale Vernetzung der Ballroom-Szene: Sie war International Mother des Iconic House of Mizrahi und Mitglied des Iconic Kiki House of Pinklady.
Das House of Mizrahi stammt aus New York und wurde Anfang der 90er Jahre von Andre Miszrahi gegründet. Ableger finden sich inzwischen in aller Welt, auch in Deutschland. Auch mit Kiki sind internationale Häuser gemeint, die schon im Dokumentarfilm „Paris is Burning“ vorkamen, vor allem aber in „Kiki“, einem zehn Jahre alten Film über die Vogue- und Drag-Szene.
Zu dieser Reihe gesellt sich nun Chan Sze-Weis „The Beauty of Ballroom“, in dem bisweilen die Mühe zu spüren ist, den komplizierten Aufbau der globalen Ballroom-Szene verständlich werden zu lassen. Etwas lose springt die Handlung immer wieder zwischen den asiatischen Metropolen hin und her, für einen kurzen Moment befindet man sich auch in Norwegen, wo Sun einen Auftritt hat, schließlich auch in New York, wo die Protagonisten auf die Ikonen der Szene treffen und sich der Kreis schließt.
Die lose Struktur des Dokumentarfilms, der dezidiert nicht auf einen bestimmten Wettbewerb zuläuft, mag zwar in Momenten etwas ausfransend wirken, erzählt am Ende jedoch viel über den eigentlichen Wert dieser Szene: Nicht der Wettkampf an sich steht im Mittelpunkt, sondern die Schutzräume, die von den Houses, den Ersatzfamilien kreiert werden und mit ihnen die Möglichkeit, sich auch in der nur bedingt toleranten Gesellschaft so zu geben, wie man ist (programmkino.de)
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