Am 26.10. zeigt das Kinoptikum

Datum Home
A SAD AND BEAUTIFUL WORLD  DF
Nahost – Nujum al´amal w al´alam – LB/USA/D 2025, 110 Min.
Regie: Cyril Aris
mit Hassan Akil, Camille Salameh, Julia Kassar
Eine magische, melancholische Liebesgeschichte im Libanon
Trailer zu A SAD AND BEAUTIFUL WORLD
Weiterlesen... Das ist ein Feuerwerk, Schatz. Kein Krieg“, heißt es an einer Stelle in „A Sad and Beautiful World“. Das bereits im Titel angelegte Nebeneinander von Schrecklichem und Schönem bestimmt den Alltag der Figuren, die der Regisseur Cyril Aris mit seiner Co-Autorin Bane Fakih geschaffen hat. Das Historische und das Politische dienen in diesem Film nicht lediglich als Hintergrund, um die Konflikte etwas zu erhöhen und die Handlung dadurch ein bisschen dramatischer zu gestalten. Vielmehr sind der Libanesische Bürgerkrieg und seine weitreichenden, noch Jahre später deutlich spürbaren Konsequenzen untrennbar mit der Liebesgeschichte des zentralen Paares verbunden.
Während des Krieges wurden die beiden fast zeitgleich in einem Beiruter Krankenhaus geboren. Als Grundschulkinder waren sie kurz miteinander befreundet; sie wollten sich gar als Boy- und Girlfriend gemeinsam auf eine Reise begeben. Doch erst als Erwachsene lernen Nino (Hasan Akil) und Yasmina (Mounia Akl) einander wirklich kennen. Zuweilen setzen das Drehbuch und die Inszenierung hier auf die Mittel der RomCom – allerdings nie formelhaft, sondern stets frisch und charmant.
Das Gelingen dieser Methode ist neben den ebenso romantischen wie witzigen Dialogen vor allem der stimmigen Chemie zwischen Hasan Akil und Mounia Akl in ihren Rollen zu verdanken. Es ist sofort klar, warum er sie und sie ihn anziehend findet. Und wir als Publikum können überhaupt nicht anders, als uns direkt mit in die beiden zu verlieben und ihnen das Beste zu wünschen.
Wie in einer Kinoromanze üblich, sind Nino und Yasmina charakterlich sehr unterschiedlich. Nino trägt meist ein schelmisches Lächeln im Gesicht und versucht, bei allem Chaos um ihn herum immer möglichst ruhig und optimistisch zu bleiben. Er betreibt das Restaurant seiner verstorbenen Eltern – Chez Nino. Dort gibt er den Leuten exakt jenes Gefühl, das der Name verspricht: als willkommene Besucher:innen bei ihm zu sein, gut aufgehoben. Yasmina ist derweil karriereorientierter, hektischer, impulsiver – und eine Realistin. Sie will das Land schnell verlassen.
Ninos beschwichtigendes Verhalten und Yasminas besorgte Einstellung sorgen wiederholt für Schwierigkeiten in der Beziehung – und zeigen zugleich die gegenläufigen Reaktionen von Menschen, die in einem Staat leben, der sich in einer schweren Krise befindet. Über mehrere Dekaden hinweg verfolgen wir Nino und Yasmina. A Sad and Beautiful World trifft keine endgültige Entscheidung darüber, ob letztlich das Traurige oder das Schöne überwiegt – und ob nun Ninos oder Yasminas Perspektive die angemessenere ist. Der Film lässt keine süßen (Kino-)Lügen zu, nimmt uns aber auch nicht jegliche Hoffnung. Das macht ihn ungemein kraftvoll und mitreißend. (kino-zeit.de)
Ausblenden