Heute im Kinoptikum

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Di. 18:30
ZWEI HERREN IM ANZUG
Heimatkino – D 2018, 139 Min.
Regie: Josef Bierbichler, mit J. Bierbichler, Martina Gedeck, Simon Donatz, H. Nauderer
Bierbichlers eigenwillige Heimat-Saga der rigorosen Art - ein großer Wurf irgendwo zwischen Edgar Reitz, Achternbusch und Gerhard Polt.
Trailer zu ZWEI HERREN IM ANZUG
Weiterlesen... Anno 1984 endet die Chronik mit der Beerdigung der Mutter. Der Witwer Pankraz (Bierbichler) und sein entfremdeter Sohn Semi (gespielt vom realem Sohn, Simon Donatz) versuchen sich nach dem Leichenschmaus im Gasthaus mit einem Gespräch nach jahrelangem Schweigen. „Ich muss mich erinnern!“, sagt der Alte und kramt in einer Kiste mit alten Schwarz-Weiß-Fotos. Mit Rückblenden erzählt er fortan als Ich-Erzähler, was sich seinerzeit zugetragen hat. Mit einer gängigen Familien-Saga will sich ein kreativer Berserker wie Bierbichler natürlich nicht begnügen. Er setzt vergnüglich auf ein Füllhorn surrealer Visionen, Verfremdungen sowie allerlei Provokationen. Da wird die gute alte Blasmusik durch die subkulturellen Töne der „Kofelschroa“-Jungs frisch aufgemischt. Beim bäuerlichen Faschingsball in der Nachkriegszeit sorgt eine lüsterne Lady mit Hitlermaske für Aufregung derweil der Hausherr mit Wagner-Arien und Hölderlin-Zitaten am stürmischen Seeufer sein Lebensleid klagt. Fehlt nur noch, dass der Sohn sich die Kleider vom Leib reißt, um sich mit ödipaler Absicht ins Bett der sterbenden Mutter zu legen. Visuell geht es weitaus feinsinniger zu. Tom Fährmann, preisgekrönter Stammkameramann von Sönke Wortmann, präsentiert wunderbare Tableaus in Schwarz-Weiß oder schleicht sich elegant durch leicht geöffnete Türen an die Figuren heran.Unter eigener Regie hat der leinwandpräsente Bierbichler sichtlich Spaß, mit laut polternder Schale und tief verletztem Kern, dem Affen gehörig Zucker geben. Da ist es schon irritierend, wie solche wuchtiges Kino von der Berlinale ignoriert und dem Bayrischen Filmpreis geschnitten wurde. Vielleicht nimmt es der Bierbichler als Kompliment. Braucht er schon kein Herr im Anzug sein. Hochkarätige Preise hat er sowieso schon genug! Ausblenden

Di. 21:00
LOVE, SIMON  OmU
USA 2018, 110 Min.
Regie: Greg Berlanti, mit Nick Robinson, Jennifer Garner, Josh Duhamel
Von den Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens und der ersten Liebe, Herzerwärmendes zum Lachen, Weinen und Träumen.
Trailer zu LOVE, SIMON
Weiterlesen... Auf den ersten Blick führt der siebzehnjährige Simon ein Bilderbuchleben. Doch in ihm drin sieht es anders aus, denn Simon ist schwul und zu einem Coming Out konnte er sich bislang nicht durchringen. Erst als sich eines Tages ein Schulkamerad auf einem anonymen Blog outet, fühlt er sich zum ersten Mal verstanden. Der geheimnisvolle Unbekannte nennt sich nur ‘Blue‘ und fortan offenbaren sie sich Nacht für Nacht die intensivsten Gefühle, bis sie sich schließlich sogar ein wenig ineinander verlieben. Aufgrund einer Unachtsamkeit könnte Simons Geheimnis jedoch schneller als Licht kommen, als ihm lieb ist: Ein Klassenkamerad entdeckt die Chatverläufe und erpresst Simon fortan damit, diese öffentlich zu machen. Aus Angst davor geht Simon auf verschiedene Forderungen ein und bringt schon bald Chaos in seine Clique, denn der Erpresser will vor allem eines: mit seinem Schwarm verkuppelt werden, der wiederum in jemand ganz anderen verknallt ist…„Love, Simon“ bricht den Gedanken vom Gut und Böse auf, gesteht jedem seinen Fauxpas zu, aber auch sein Happy End. In der Welt von Simon Spier passt alles zusammen – sogar eine perfekte Familie zu der Angst, sich vor dieser outen zu müssen. Völlig aus der Sicht Simons erzählt, ist in dessen Augen schließlich tatsächlich alles perfekt; bis auf die Tatsache, dass er eben schwul ist – und das bedeutet wiederum noch nicht einmal, dass er selbst nicht völlig mit sich im Reinen ist. Da kann ein Film auch schon mal haarscharf am Hollywoodromanzenkitsch vorbeischrammen und trotzdem immer noch wahrhaftig wirken. Gelacht, geweint, geträumt – „Love, Simon“ ist ohne Zweifel einer der besten Filme des Jahres! Ausblenden