Am 11.10. zeigt das Kinoptikum

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SOULEYMANS GESCHICHTE  frz. OmU
Interkulturelle Woche – L´Histoire de Souleymane – F 2024, 93 Min.
Regie: Boris Lojkine
mit Abou Sangare, Nina Meurisse, Alpha Oumar Sow
„Nur 48 Stunden" zur Legitimierung eines Menschenlebens. In Kooperation mit Amnesty International und Refugio München Außenstelle Landshut
Trailer zu SOULEYMANS GESCHICHTE
Weiterlesen... Für das Publikum beginnt die Geschichte von Souleyman in Paris. Ursprünglich aber begann sie in Guinea, wo er aufwuchs, bevor er beschloss, nach Europa zu kommen. Dort angekommen verdingt er sich als Essenlieferant. Weil sein Asylverfahren noch läuft und er deshalb nicht arbeiten darf, muss er das App-Arbeitskonto eines Bekannten nutzen, der dafür einen erheblichen Teil des Lohns einbehält. Von dem, was übrig bleibt, will sich Souleyman eine neue Geschichte erkaufen: gefälschte Dokumente, die ihn als Mitglied der verfolgten Opposition in Guinea ausweisen würden. Womit Souleyman einen, so wird ihm vom zwielichtigen Barry (Alpha Oumar Sow) erzählt, legitimen Grund hätte, Asyl zu erhalten.
Die Getriebenheit und Rastlosigkeit des Protagonisten, denen er ausgesetzt ist, wecken Erinnerungen an Der Schwarze Diamant: Wie der von Adam Sandler verkörperte Howard Ratner hetzt Souleyman unter Stress und Druck durch die Straßen der französischen Hauptstadt, sowohl zu Fuß als auch auf dem Rad. Auf den Kopfhörern stets die Geschichte, die er bis zu seiner Asylanhörung in wenigen Tagen auswendig lernen soll. Und verfolgt von einer Kamera, die Nähe sucht, sie aber nur in den seltenen ruhigen Momenten findet.
Elegant, fast beiläufig fügt das Drehbuch nach und nach weitere Puzzlestücke hinzu, um die Hauptfigur und deren Alltag auszuformen. Kleinigkeiten wie der Kaffee, den Souleyman von einem Imbissbesitzer spendiert bekommt, oder die Begegnung mit einem alten Kunden, dem er beim Auftischen der Pizza hilft, sind kleine Lichtblicke in diesem Hamsterrad der (Selbst-)Ausbeutung, in das sich Souleyman notgedrungen begeben hat. Mit dem Laiendarsteller Abou Sangré, der seine Rolle mit ebenso viel Intensität wie Authentizität verkörpert, ist Lojkine ein absoluter Glücksgriff gelungen.
Im letzten Drittel wird schließlich klar, wen und was Souleyman in Guinea zurückgelassen hat. Und auch, warum – wobei Lojkine und seine Co-Autorin Delphine Agut mit ihrem empathischen, aber nie pathetischen Skript bis dahin schon alle Vorarbeit geleistet haben, um Souleymans eigentlichen Fluchtgrund in den Hintergrund rücken zu lassen. Was zählt: Er ist da – und er will ein menschenwürdiges Leben. Dem Film gelingt, was in der politischen Debatte um Asyl und Migration so oft fehlt: die Betroffenen nicht als anonyme Masse, sondern als Individuen zu betrachten.
Am Ende sitzt Souleyman vor einer französischen Beamtin, kann endlich seine Geschichte erzählen. „Ich bin da, um Ihnen zuzuhören“, sagt sie. Zu Beginn hätte das nach einem Plädoyer in Richtung Publikum geklungen. Nach diesen 90 Minuten aber ist es zwingende Konsequenz. (kino-zeit.de)
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