Am 3.12. zeigt das Kinoptikum

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Sa. 15:30
PETTERSSON UND FINDUS - Das schönste Weihnachten überhaupt
KinderKino – D 2016, 82 Min.
Regie: Ali Samadi Ahadi
mit Stefan Kurt, Marianne Sägebrecht, Max Herbrechter
Der alte Kauz und sein Kater auf der Suche nach einem Christbaum. (empfohlen ab 6 Jahren)
Trailer zu PETTERSSON UND FINDUS - Das schönste Weihnachten überhaupt
Weiterlesen... Pettersson und Findus sitzen in der Tinte. Das kann doch nicht sein: Weihnachten ohne Christbaum! Und überhaupt: Es gibt ja noch so viel zu tun für das Fest. Die Nachbarn Beda und Gustavsson würden Pettersson ja gerne unter die Arme greifen. Aber der alte Kauz ist zu stolz, ihre Hilfe anzunehmen. So muss sich Findus erstmal um alles kümmern. Er backt Plätzchen, schmeißt den Haushalt und bastelt einen Ersatzweihnachtsbaum. Das ist auf die Dauer alles etwas zu viel für einen kleinen Kater. Kommt da wirklich noch Vorfreude auf Weihnachten auf? Aber auf die Nachbarn ist Verlass. Wenn alle zusammenhalten, dann kann nichts schief gehen. Ausblenden

Sa. 18:00
SECHS TAGE UNTER STROM  span. OmU
CinespañolSis dies corrents – SP/F 2021, 85 Min.
Regie: Neus Ballús
mit Mohamed Mellali, Valero Escolar,Pep Sarrà
Unterwegs in Barcelona mit drei äußerst unterschiedlichen Installateuren: Und so ganz nebenbei ein realistischer Einblick in den rauen Alltag hart arbeitender Menschen
Trailer zu SECHS TAGE UNTER STROM
Weiterlesen... Valero (Valero Escolar), Moha (Mohamed Mellali) und Pep (Pep Sarrà) arbeiten als Installateure in einem Handwerksbetrieb in Barcelona. Immer wenn die Kundschaft ein Problem hat, werden sie gerufen und reparieren so ziemlich alles was im Haushalt kaputtgehen kann. Der Marokkaner Moha hat erst vor Kurzem mit dem Job begonnen und ist noch in der Probezeit, Pep hingegen steht kurz vor der Rente. Das Miteinander der Drei, die eine Woche lang zusammenarbeiten müssen, ist nicht immer einfach. Denn gerade Moha muss so manche Stichelei über sich ergehen lassen: von Seiten der Kunden aber vor allem von Valero, der ein Problem mit dem „Neuen“ und allerlei Vorurteile gegenüber Ausländer zu haben scheint. Können sich die Installateure zusammenraufen und die Woche überstehen?
Die katalanische Drehbuchautorin und Regisseurin Neus Ballús wirft in ihrem dritten abendfüllenden Spielfilm einen heiteren, ironischen Blick auf das von skurrilen Ereignissen geprägte (Arbeits-)Leben der drei Protagonisten. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind ihr ein Anliegen und das erkennt man etwa an der Wahl ihrer Hauptdarsteller. Sie alle sind Laien-Schauspieler und zum Teil auch im echten Leben Installateure bzw. Handwerker. Sie nehmen den Zuschauer mit in ihren Arbeitsalltag, der sie zu den Kunden nach Hause führt. Dort reinigen sie verstopfte Rohre, montieren Schaltungen, installieren Überwachungskameras und bringen Klimaanlagen wieder zum Laufen.
Hinter verschlossener Tür erhalten sie darüber hinaus Einblicke in die Lebensrealität und -wirklichkeit der unterschiedlichsten Personen. Darunter eine Fotografin, ein Psychiater oder ein Rentner. Mit dieser Mannigfaltigkeit spiegelt der Film nicht zuletzt die Vielfalt jener Menschen wieder, die in den engen Gassen und bunten Stadtteilen der katalanischen Metropole Barcelona leben. Von (Überlebens-)Künstlern und mittellosen Studenten über Akademiker und Arbeitslose bis hin zum einfachen Arbeiter. Valero, Moha und Pep tauchen in den Mikrokosmos ihrer Kunden ein – und mit ihnen der Kinobesucher.
Bei den Kunden kommen es immer wieder zu teils höchst bizarren, überaus komischen Situationen, etwa wenn die Fotografin den schüchternen Moha als Model „zweckentfremdet“. Oder bei einem argentinischen Paartherapeuten, der spontan eine Analyse der schwierigen Beziehung zwischen Moha und Valero vornimmt – während gleichzeitig seine smarten Haushaltsgeräte und modernen technischen Anlagen außer Kontrolle geraten. In all diesen Momenten ist „Sechs Tage unter Strom“ eher geprägt von einem makabren, derben Humor, der aufgrund der unerwarteten Ereignisse und dank des Überraschungsmoments jedoch herrlich funktioniert.
Eher subtil und pointiert geht Ballús bei der Betrachtung des komplizierten Verhältnisses zwischen Moha und Valero vor. Man kann dem grobschlächtigen, wohlbeliebten Valero trotz seiner notorisch schlechten Laune, der Anzüglichkeiten und der teils unangebrachten Andeutungen seinem neuen Kollegen gegenüber, nie wirklich böse sein. Insgeheim trägt er das Herz am rechten Fleck. Außerdem verdeutlicht Ballús anhand dieser Figur, dass die Furcht vor dem „Fremden“ (Migranten) und existenziellen Sorgen auch im wahren Leben leider oft in Wut, Aggression sowie in von Vorurteilen geprägten Alltagsrassismus münden.
Bei genauerer Betrachtung behandelt „Sechs Tage unter Strom“ zudem sehr geschickt eine ganze Fülle an Themen, die die Sorgen und Nöte vor allem der einfachen, hart arbeitenden Menschen widerspiegeln. Es geht um die spanische Wirtschaftskrise, Konkurrenzkämpfe, die hohe regionale Arbeitslosigkeit und die Frage, was eigentlich nach der Pensionierung kommt. (programmkino.de)
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Sa. 20:30
ACH DU SCHEIßE!
Cinema ObscureHoly Shit! – D 2022, 90 Min.
Regie: Lukas Rinker
mit Thomas Niehaus, Gedeon Burkhard, Friederike Kempter
Fäkalientriefender Escape-Room Horror aus deutschen Landen: Ein klaustrophobischer Survival-Trip, erfrischend ungewöhnlich und dabei scheißkomisch!
Trailer zu ACH DU SCHEIßE!
Weiterlesen... Architekt Frank (Thomas Niehaus) traut seinen Augen kaum, als er aus der Ohnmacht erwacht: Er befindet sich eingesperrt in einem umgekippten Dixie-Klo, der Arm von einer Metallstange durchbohrt. Wie er in diese missliche Lage kam, weiß Frank nicht. Kopfüber umgeben vom (eigenen) Blut, von Enge, Fäkalien und Schmutz – geht es schlimmer? Geht es, denn vom Klo aus hört Frank den örtlichen Bürgermeister (Gedeon Burkhard) die Sprengung des nahen Gebäudes ankündigen. Und dem Unglücksraben bleiben gerade einmal 30 Minuten, sich aus der lebensbedrohlichen Situation zu befreien.
„Oxygen“, „Buried“, „127 Hours“ oder „Nicht auflegen!“ – all diesen Filmen ist gemein, dass sie fast komplett oder ausschließlich auf einen Handlungsort begrenzt sind. Sie leben von der klaustrophobischen Enge des Schauplatzes und der scheinbar ausweglosen Situation, in der sich die Hauptfigur befindet. Exakt davon profitiert nun auch das herrlich skurrile, aber zu weiten Teilen überraschend ernste und durchweg packende Dixieklo-Kammerspiel „Holy Shit – Ach du Scheiße“. Vom infantilen, reißerischen Filmtitel sollte man sich als nicht beirren lassen und einen Blick riskieren. Vor allem Thrillerfans und Freunde oben erwähnter, inhaltlich ähnlich gelagerter Produktionen.
Beeindruckend ist, wie stilsicher sowie ideen- und wendungsreich sich der 36-jährige Autor und Regisseur Lukas Rinker durch sein Regie-Debüt bewegt. Denn mit den begrenzten Mitteln und wenigen Gegenständen, die dem bemitleidenswerten Frank zur Verfügung stehen, kreiert Rinker die absurdesten Momente, die sich vor allem durch Einfallsreichtum und Kreativität auszeichnen. Es sind ebenso spannende wie bisweilen herrlich überzogene Szenen, in denen der Eingesperrte (dringlich und ausdrucksstark auf allerengstem Raum: Thomas Niehaus) in MacGyver-Manier versucht, sich rechtzeitig vor der nahenden Explosion aus dem Klo zu befreien. Mal mit Hilfe von Toilettenpapier, mal mittels selbst herbeigeführter Detonation, Zollstock, Lasergerät, Handy oder Kaugummi.
Darüber hinaus sieht „Holy Shit“ auch optisch gut aus. Rinker wechselt in der Farbgebung, setzt Methoden wie Zeitraffer und Zeitlupe gezielt ein und erzeugt durch Perspektivwechsel sowie kluge, variantenreiche Einstellungen einen authentischen Eindruck vom vorherrschenden Platzmangel und dem Gefühl der Beklemmung. Erfrischend ist das hohe Maß an Authentizität beim Schauplatz und der Ausstattung. Durch den Verzicht auf Computertricks und CGI wirken die handgemachten Effekte und „echten“ Requisiten noch glaubhafter. Und die Szenerie, das schäbige, von Blut und Dreck übersäte Baustellenklo, dadurch noch authentischer.
Für kleine, verschmerzbare Schönheitsfehler sorgen zwei Dinge. Zum einen die Tatsache, dass Rinker das sich anbietende Wortspiel rund um den auch im Filmtitel vorkommenden Fäkalbegriff etwas zu oft bemüht. Jene Doppeldeutigkeit des gebrauchten Wortes nutzt sich irgendwann ab. Und: In den letzten 25 Minuten wirkt „Holy Shit“ in seinen ausufernden, extremen und blutgetränkten Momenten etwas übertrieben. Gerade die deftigen Splatter-Einlagen sind zum Ende hin recht ausschweifend geraten und wollen nicht so recht zum eher reduzierten, minimalistischen Kammerspiel-Setting der vorherigen Stunde passen. (programmkino.de)
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