Am 27.7. im Kinoptikum

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Sa. 18:30
IT FOLLOWS  OmU
Für Martin – USA 2014, 100 Min., Regie: David Robert Mitchell
mit Maika Monroe, Keir Gilchrist
Ein Glücksfall für das Genre, atmosphärisch und originell mit einem wahrlich unkeuschen Fluch im Nacken.
Trailer zu IT FOLLOWS
Weiterlesen... Das erste Mal mit dem neuen Freund zu schlafen, das sollte etwas ganz Besonderes für die 19-jährige Jay (Maika Monroe) werden. Und das wurde es auch, denn direkt im Anschluss wird sie von Hugh (Jake Weary) betäubt, gefesselt und muss von ihm erfahren, dass ihr nun ein eigenartiges Wesen folgen wird, das es auf ihr Leben abgesehen hat. Nur wenn sie nun mit jemand anderem schläft, kann sie den Fluch weitergeben, so seine Geschichte. Zunächst will Jay gar nicht glauben, was sie da hört, muss aber bald feststellen, dass das Erzählte wahr ist. Zusammen mit ihrer Schwester Kelly (Lili Sepe) und ihren Freunde Yara (Olivia Lucardi), Paul (Keir Gilchrist) und Greg (Daniel Zovatto) sucht sie nun nach einem Ausweg aus dem Schlamassel.

Wenn Teenies in Horrorfilmen Sex haben, unterschreiben sie damit normalerweise ihr Todesurteil. Denn dann dauert es nicht lange, bis der wahnsinnige Mörder um die Ecke kommt, ihnen die Kehlen durchschneidet oder auch mal in kleine Stücke hackt. Regisseur und Drehbuchautor David Robert Mitchell übernimmt diese Grundregel, wandelt sie jedoch auf eine ganz eigene, sehr originelle Weise ab. Denn die „Moral“ der Teenieslasherfilme – sei brav, enthaltsam, nimm weder Alkohol noch Drogen – funktioniert hier nicht: Hat der Infizierte keinen Sex, dann stirbt er. Damit ist It Follows Filmen wie Ring deutlich näher, wo ebenfalls ein Fluch an andere weitergegeben werden muss, um das eigene frühzeitige Ableben zu verhindern.
So wie beim japanischen Genreklassiker ist Mitchell zudem mehr an Atmosphäre gewohnt, weniger am bestialischen Abschlachten. Tatsächlich ist der Tod hier mehr eine diffuse Bedrohung, selten eine Realität: In It Follows stirbt letztendlich kaum jemand. Eigentlich dürfte das Ergebnis dann auch gar nicht wirklich spannend sein. Wie sollte auch, wenn das Böse hier in Gestalt eines normalen Menschen auftritt und so langsam läuft, dass so ziemlich jeder problemlos entkommen kann? Und was auch immer dieses Wesen ist, mehr als Laufen scheint da nicht drin zu sein. Da hat der Horrorfan schon deutlich Furchteinflößerendes gesehen.
Und doch gelingt dem amerikanischen Filmemacher bei seinem zweiten Langfilm das Kunststück, aus diesem handlungstechnisch spärlichen Szenario eine ganze Menge herauszuholen. Zum einen wäre da der Kniff, dass die unbekannte Bedrohung jede Gestalt annehmen kann, die es will, man also auch bei den Freunden auf den ersten Blick nie sicher sein kann, dass es wirklich sie sind. Zum anderen ist das Sounddesign meisterhaft: Die bedrohlich brummende Hintergrundmusik erinnert mit ihren Retro-Synthesizer-Spielereien an wohlige 80er-Jahre-Schocker zurück, als die Tricktechnik noch so einfach war, dass man eben mit anderen Mitteln das Nervenkostüm der Zuschauer bearbeiten musste. Und diese Mittel beherrscht Mitchell sehr gut – der dichte Klangteppich erinnert einen unentwegt daran, dass gleich etwas Furchtbares passieren könnte, selbst wenn es das nie tut.
Wer seine Horrorfilme gern etwas expliziter mag, könnte sich daran stören, auch Mitchells offensichtliches Desinteresse an jeglichen Erklärungen wird nicht überall positiv aufgenommen werden: Wer bei einer Bedrohung wissen muss, woher die eigentlich kommt, erfährt hier nichts. Und aus der Möglichkeit, beliebige Gestalten annehmen zu können, hätte man noch deutlich mehr herausholen können. Die meiste Zeit lässt er den gesichtslosen Verfolger als groteske Figur erscheinen, deren böse Absicht meilenweit zu sehen ist, was bei einem angeblich hoch intelligenten Wesen wohl kaum konsequent genannt werden kann. Aber auch wenn It Follows am Ende unter seinen Möglichkeiten bleibt, erinnert der originelle und atmosphärische Indiestreifen daran, dass es weder große Namen, noch aufwändige Computereffekte braucht, um Zuschauer an die Kinosessel zu fesseln, und stellt dabei mühelos lang erwartete Kollegen wie Poltergeist und Insidious: Chapter 3 in den Schatten. Wer dem Genre etwas abgewinnen kann, sollte sich die kleine Perle vom Fantasy Filmfest 2014 daher auf keinen Fall entgehen lassen. (film-rezensionen.de)
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Sa. 21:00
BEGIERDE  OmU
Für DraganThe Hunger – GB 1983, 100 Min., Regie: Tony Scott
mit Catherine Deneuve, David Bowie, Susan Sarandon
Only Lovers Left Alive: Vom jahrhundertelangen Hunger nach Blut und dem ewigen Leben.
Trailer zu BEGIERDE
Weiterlesen... In einer New-Wave-Diskothek suchen Miriam und John Blaylock ein Paar für einen Partnertausch. Sie finden auch eines und fahren zu dessen Haus in New York, wo es auch zu Zärtlichkeiten kommt. Plötzlich ziehen Miriam und John kleine Messer, die sie um den Hals tragen, und schneiden die Halsschlagadern des jeweiligen Partners durch und trinken deren Blut.
Aus Rückblenden wird klar, dass John Blaylock bereits seit dem 18. Jahrhundert unsterblich ist. Miriam lebt dagegen schon seit mehreren Jahrtausenden. Rückblenden zeigen sie im alten Ägypten. Die Bedingung des ewigen Lebens ist, dass sie gelegentlich menschliches Blut trinken müssen.
Eines Tages merkt John bei sich erste Anzeichen des Alterns. Von Miriam erfährt John, dass all seine Vorgänger in Miriams Gunst nach einigen Jahrhunderten anfingen rapide zu altern und Miriam sich von ihnen abwandte. Miriam versucht John vor dem Altern zu retten und sucht Hilfe bei Gerontologen, die aber auch keinen Rat wissen.
Seinen Tod vor Augen, wendet John sich selbst an die Gerontologin Dr. Sarah Roberts in der Park West Clinic, doch sie hat keine Zeit für ihn und hält ihn für einen Verrückten. Sie schickt ihn in ein Wartezimmer in der Hoffnung, dass er nach einer Weile von alleine geht. John wartet einige Stunden, wobei er drastisch altert, dann will er gehen – erst dann merkt Sarah, die er im Treppenhaus trifft, dass er nicht gelogen hatte, da er in dieser Zeit wesentlich älter geworden ist. Sie kann ihn aber nicht aufhalten.
Der immer schneller alternde John wird panisch und hofft durch das Trinken menschlichen Blutes den Alterungsprozess aufzuhalten. Er verliert auf der Suche nach frischem Blut sämtliche Hemmungen und tötet das junge Mädchen Alice, welches mehrmals in der Woche kommt, um mit Miriam und John klassische Musik zu spielen. Doch seine Alterung ist nicht aufzuhalten, sie führt zwar nicht zu seinem Tod, doch sein zerstörter Körper kann kein normales Leben mehr führen. Als Miriam abends nach Hause kommt findet sie einen vollkommen vergreisten John vor und ist entsetzt darüber, dass er das junge Mädchen getötet hat. John bittet um die Erlösung durch den Tod, was jedoch nicht in der Macht Miriams liegt. Sie bewahrt seinen Körper neben den Körpern ihrer früheren Gefährten in einem Sarg auf dem Dachboden ihres Hauses auf.
Die Gerontologin Sarah ist in der Zwischenzeit neugierig geworden und besucht das luxuriöse Haus von Miriam und John in einer noblen Gegend Manhattans um nochmals mit John zu sprechen. An der Tür lernt sie Miriam kennen, die berichtet, dass John in die Schweiz gefahren sei. Miriam gewinnt Macht über Sarah und rettet sie ohne vor Ort zu sein vor einem Autounfall. Sarah hat Visionen, bildet sich ein, dass das Telefon klingelt und sieht Miriam, obwohl sie nicht anwesend ist.
Magisch von Miriam angezogen besucht sie sie erneut und wird von der erfahrenen Frau verführt. In einer Liebesnacht lässt Miriam ihre Freundin vom eigenen Blut kosten, was diese ebenfalls unsterblich macht. Sarah begreift aber zunächst nicht was mit ihr geschehen ist. Sie fühlt sich krank und bei einer Blutuntersuchung stellt sich heraus, dass sie fremdes, nichtmenschlichen Blut im Körper hat. Sarah geht zu Miriam und fordert Aufklärung. Miriam berichtet, dass sie ihr ewiges Leben gegeben habe, doch glaubt Sarah ihr nicht. Mittlerweile spürt Sarah verstärkt Hunger nach frischem Blut, kann sich aber nicht durchringen, Menschen zu töten. Das erledigt vorerst Miriam für sie.
Das Lexikon des internationalen Films schrieb, Begierde sei ein „moderner Horrorfilm über die Jagd nach ewigem Leben und den Prozeß vorzeitigen Alterns“. Er sei „umständlich erzählt, schick fotografiert und mit scheußlich-blutigen Effekten versehen“ (wikipedia)
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