Am 2.3. im Kinoptikum

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Sa. 15:30
EMIL UND DIE DETEKTIVE (1954)
KinderKino – D 1954, 90 Min., Regie: Robert A. Stemmle
Die 50er Jahre-Verfilmung des Kästner-Klassikers mit Roland Kaiser!
Trailer zu EMIL UND DIE DETEKTIVE (1954)
Weiterlesen... Emil Tischbein aus dem kleinen norddeutschen Städtchen Neustadt darf die Sommerferien bei seiner Großmutter in Berlin verbringen. Auf der Zugfahrt dorthin lernt Emil den „freundlichen“ Herrn Grundeis kennen, der bemerkt, dass Emil viel Geld bei sich hat. Das hatte sich Emils Mutter bei der Großmutter ausgeliehen und Emil soll es nun zurückgeben. Herr Grundeis bietet Emil Bonbons an, doch das heimtückische Naschwerk lässt Emil einschlafen - und bei seiner Ankunft in Berlin ist das ganze Geld gestohlen. Emil kann Herrn Grundeis gerade noch beobachten, wie er den Bahnhof verlässt.
Es ist nicht leicht, sich in einer fremden Stadt wie Berlin an die Fersen eines Diebes zu heften. Gut, das Emil Gustav mit der Hupe, Pony Hütchen und dessen Freunde kennenlernt. Gemeinsam stöbern sie den Dieb auf und können ihn nach vielen abenteuerlichen Zwischenfällen schließlich entlarven.
Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers von Erich Kästner
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Sa. 18:30
CLIMAX  frz. OmU
Cinema Obscure – F 2018, 95 Min., Regie: Gaspar Noé
mit Sofia Boutella, Romain Guillermic
Ein psychotroper Höllentrip von Film, unterlegt von pulsierenden Techno-Beats und gewiss kein Kindergeburtstag.
Trailer zu CLIMAX
Weiterlesen... Gaspar Noé ist wieder da. Nachdem er zuletzt mit seiner Amour fou-Dreiecksgeschichte Love weite Teile der Kritik eher enttäuschte, liefert er mit seinem neuen Werk Climax buchstäblich einen Höhepunkt seines bisherigen filmischen Schaffens ab: einen zuckenden, pulsierenden, enthemmt-entgrenzten Trip über die Macht der Ekstase und die Schattenseiten des Dionysischen.
Das deutet sich schon zum Beginn des Films an: Der Fernseher, auf dem wir die Casting-Aufnahmen der Tänzer sehen und diese so vorgestellt bekommen, ist gerahmt von Büchern und DVDs, deren Titel alleine einiges über den Charakter desjenigen oder derjenigen verraten, der oder die diese Truppe leiten wird: Salvador Dalís Ein andalusischer Hund und Pier Paolo Pasolinis Salò oder die 120 Tage von Sodom ebenso wie Bücher über Psychoanalyse. Zudem verstört die Luftaufnahme einer jungen Frau, die leicht bekleidet über ein verschneites Feld stolpert, sich in den Schnee wirft und dort herumwälzt. Offensichtlich blutet sie, denn ihre Bewegungen färben das Weiß um sie herum teilweise rot.
Dann springt der Film mitten hinein in den letzten Abend und die Abschlussparty: Treibende House- und Techno-Beats, für die der DJ Daddy (DJ Kiddy Smile) sorgt, putschen die ausgelassene Stimmung nach dem erfolgreichen Ende der Proben munter einem vorerst noch imaginären Höhepunkt entgegen, immer wieder lösen sich aus der pulsierenden Menschenmasse einzelne Tänzerinnen und Tänzer und zeigen in immer gewagteren Soli ihr Können, während sie von den anderen angefeuert und tänzerisch begleitet werden. Die ruhelos umherschweifende Kamera greift immer wieder eine der Personen ins Visier, verfolgt sie bei ihren Bewegungen und ihren Pausen, bei der Interaktion mit anderen und in den Gesprächen, bei denen es fast immer um Beziehungen geht – und noch viel häufiger sehr unverblümt um Sex.
Man spürt den Beat, riecht den Schweiß, meint förmlich das Adrenalin und die Pheromone mit den Händen greifen zu können, bis sich ganz allmählich die Atmosphäre, die Stimmung und damit auch das Gefühl des Zuschauers verändern. Einer Tänzerin wird schlecht, ein anderer Tänzer, der bereits vorher durch Machosprüche aufgefallen ist, wird immer fordernder, andere bewegen sich apathisch und alleine auf dem Dancefloor. Aus dem Kollektiv ist eine Ansammlung isolierter Individuen geworden, die zusehends unfähiger wird, miteinander auf angemessene Weise zu kommunizieren und zu interagieren. Bis ein Verdacht in den Anwesenden aufkeimt: Da alle im Raum zumindest scheinbar ähnliche Symptome zeigen, ist es sehr wahrscheinlich, dass jemand die Sangria, die auf dem Buffet stand, mit einer Droge versetzt hat – nur wer? Omar (Adrien Sissoko) vielleicht, der junge Muslim, der keinen Alkohol anrührt? Oder Emmanuelle (Claude Gajan Maull), die die Sangria beigesteuert und ihren kleinen Sohn mit zu den Proben gebracht hat? Welche Rolle spielt die charismatische, aber auch reichlich kaputte Selva (Sofia Boutella), die die Gruppe allem Anschein nach leitet und auf diese Weise vielleicht etwas Bestimmtes aus der Gruppe herausholen wollte?
So mysteriös die genauen Umstände dessen sind, was den kollektiven Rausch auch verursacht hat, so verheerend sind die Folgen: Aus Ängsten wird Paranoia, die unter anderem dazu führt, dass Emmanuelle ihren kleinen Sohn in einen finsteren Keller sperrt, um ihn vor den Anderen zu beschützen, aus Geilheit wird inzestuöse Begierde eines Geschwisterpaares, aus unterschwelliger Aggression offene Gewalt und Niedertracht – bis am nächsten Morgen Polizisten am Ort des Geschehens eintreffen und das ganze Ausmaß entdecken. Mit den Tänzerinnen und Tänzern scheint auch die Kamera jeden Halt zu verlieren, fast ohne Schnitt folgt sie den einzelnen Personen durch die dunklen Gänge des zunehmend gespenstischer werdenden Gebäudes, dreht sich auf den Kopf, kippt und taumelt, stolpert, rafft sich wieder auf und tanzt, gerade so, als wäre sie selbst entgrenzt, berauscht, in höchster Erregung und Ekstase.
Gaspar Noé bezieht sich in seinen neuen Film auf ein wahres Ereignis, das sich im Jahre 1996 ereignete, doch das bildet nur den Ausgangspunkt für einen wilden filmischen Exzess, der kaum ein entwickeltes Drehbuch und noch weniger sorgfältige Dialoge benötigt, um dennoch zu fesseln und das Publikum mitzureißen. Ein 95-minütiger House-Track, nach dem einem schwindelig im Kopf und mulmig in den Beinen ist – aber weiß Gott, was für eine Erfahrung, was für ein Rausch, was für ein Höllenritt. (kino-zeit.de)
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Sa. 21:00
BOHEMIAN RHAPSODY  OmU
USA/GB 2018, 134 Min., Regie: Dexter Fletcher, Bryan Singer
mit Rami Malek, Aidan Gillen, Mike Myers
Das ehrwürdige filmische Denkmal Freddie Mercurys - zum Mitsingen.
Trailer zu BOHEMIAN RHAPSODY
Weiterlesen... Im Jahr 1970 gründen Freddie Mercury (Rami Malek), Brian May (Gwilym Lee), Roger Taylor (Ben Hardy) und John Deacon (Joseph Mazzello) die Band Queen, die später zu einer der legendärsten Rockbands aller Zeiten werden sollte. Songs wie „Killer Queen”, „Bohemian Rhapsody”, „We Are The Champions” und „We Will Rock You“ machen die Musiker unsterblich, doch hinter der Fassade des Leadsängers Freddie Mercury macht sich langsam eine emotionale Zerrissenheit bemerkbar. Nicht nur mit seiner für ihn lange Zeit nicht definierbaren Sexualität muss sich der aus Sansibar stammende Parse arrangieren. Immer häufiger scheint sein Umfeld etwas Anderes zu wollen, als er selbst. Spätestens als sich seine große Liebe Mary (Lucy Boynton) von ihm trennt, bricht auch Freddie den Kontakt zu seinen Bandmitgliedern ab und versucht, solo genauso erfolgreich zu sein. Erst viel zu spät begreift er, dass er in diesen eigentlich längst eine Familie gefunden hat, mit der er 1985 beim legendären Live-Aid-Konzert spielen will – dem größten Konzert der Welt!
Erst ersetzte Rami Malek („Papillon“) „Borat“-Star Sacha Baron Cohen für die Hauptrolle des Freddie Mercury, dann wurde Regisseur Bryan Singer („X-Men: Apocalypse“) 16 Tage vor Abschluss der Dreharbeiten gefeuert und Dexter Fletcher („Terminal“) musste für das Großprojekt „Queen-Biopic“ in die Bresche springen. Genau genommen stehen also alle Zeichen auf Katastrophe, doch von all diesen produktionsinternen Problemen bekommt man als Zuschauer absolut nichts mit. „Bohemian Rhapsody“ ist das großgedachte Porträt einer noch größeren Band, bei dem zu gleichen Anteilen die zarte Seele des legendären Leadsängers Freddie Mercury im Mittelpunkt steht, als auch die Musik selbst. Damit das beides so hervorragend zueinander findet, wurde sich nicht eins zu eins an den Fakten orientiert. „Bohemian Rhapsody“ funktioniert nach filmischen Maßstäben, wozu eben auch gehört, dass zu Gunsten erzählerischer Übergänge schon mal ein wenig geschummelt wurde, was die Abbildung der Realität angeht. Doch es ist letztlich völlig egal, ob die verschiedenen Songs alle tatsächlich so entstanden sind, wie hier geschildert, genauso wie es dramaturgisch einfach wesentlich klüger ist, im Finale Spannung aus der Frage zu ziehen, ob das Live-Aid-Konzert der Band funktioniert, obwohl die Mitglieder zuvor jahrelang nicht miteinander musiziert haben (was in Wirklichkeit nicht so war). Am Ende geht es um den Sog, den „Bohemian Rhapsody“ entwickelt – und was das für einer ist!
„Es ist kein Biopic, es ist ein Film über Freddie und Queen, bei dem wir uns kreative Freiheit herausgenommen haben!“ – das sagte Queens Leadgitarrist Brian May selbst nach einem Konzert in Hamburg über „Bohemian Rhapsody“ und erklärt damit innerhalb eines Satzes, was den Reiz des Films ausmacht. Zwar folgt Drehbuchautor Anthony McCarten („Die dunkelste Stunde“) schon ziemlich penibel den typischen Stationen eines klassischen Leinwandporträts, doch umso klarer macht er deutlich, dass eventuell als Ungenauigkeiten (fehl-)interpretierte Details sehr wohl gewollt sind. Und so ist „Bohemian Rhapsody“ nicht bloß ein sehr musikalischer und emotionaler Film, sondern auch ein verdammt unterhaltsamer geworden, der das ganz große Lebensdrama um den im November 1991 an AIDS verstorbenen Mercury ausspart. Den beiden Regisseuren – ganz gleich, wer nun welche Passagen des Films gedreht hat – gelingt ein hochsensibler, aber nie voyeuristischer Film, in dem es in erster Linie darum geht, den Geniestatus der den musikalischen Zeitgeist prägenden Band hervorzuheben. So gehören ausgerechnet die Szenen zwischen Queen und den hinter den Kulissen agierenden Produzenten und Musiklabelchefs zu den ganz großen Highlights des Films; immerhin wissen wir heute sehr genau, wie erfolgreich die Band später wurde – und zwar, obwohl sie sich mit ihrem Stil betont davon wegbewegt hat, was sich im Radio gerade gut verkauft.
Apropos Musik: Um das Gefühl der Authentizität zu verstärken, wird in „Bohemian Rhapsody“ nicht etwa Playback gesungen. Stattdessen wurden vorab alle Songs mit einem Sound-Alike aufgenommen. Anhand dieser Aufnahmen konnte Hauptdarsteller Rami Malek nicht bloß den Gesang proben, sondern auch sehen, wie sich beim Singen Gesicht und Körperhaltung verändern, damit der Gesang authentisch aussieht. Bei den Filmaufnahmen selbst hat der Schauspieler dann richtig gesungen, bevor in der Postproduktion wiederum das Sound-Alike verwendet. Für die Szenen in den Tonstudios wurden unzählige der ohnehin vorhandenen Originalprobeaufnahmen verwendet. Die Illusion vom völlig mit seiner Rolle verschmelzenden Rami Malek wird dadurch perfekt – wer in den letzten zwanzig Minuten keine Gänsehaut hat, der fühlt vermutlich gar nichts mehr (und dabei haben wir es hier einfach nur mit den nachgestellten Aufnahmen des Live-Aid-Konzerts zu tun!). (programmkino.de)
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