Am 13.7. zeigt das Kinoptikum

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Sa. 18:00
SMOKE SAUNA SISTERHOOD  OmU
MonatsDoku – EST/F/ISL 2022, 89 Min.
Regie: Anna Hints
Ein sommerlicher Aufguss aus kaltem, baltischen Winter
Trailer zu SMOKE SAUNA SISTERHOOD
Weiterlesen... Vana-Võromaa heißt die Region im Südosten des baltischen Staates Estland, in dem die traditionelle Rauchsauna beheimatet ist. Für ihren über mehrere Jahre entstandenen Debütfilm „Smoke Sauna Sisterhood“ drehte die estnische Regisseurin Anna Hints in einer malerisch an einem See gelegenen Sauna, in der sich zu jeder Jahreszeit Frauen aus den umliegenden Orten einfinden. Wo die Männer saunieren bleibt offen, im Film sind – wie der Titel schon andeutet – nur Frauen zu sehen, „All meinen Schwestern“ hat Hints den Film dann auch gewidmet.
Wie aus der Welt gefallen wirkt dieser Ort, Anzeichen der Zivilisation des 21. Jahrhunderts sind nicht zu sehen, was einerseits zu einer alten Tradition passt, andererseits im Laufe des Films auch schmerzlich deutlich werden lässt, wie wenig sich im Verhältnis der Geschlechter im Lauf der Zeit geändert, vor allem verbessert hat.
Sauniert wird hier wie seit Menschengedenken, stundenlang wird die Sauna vorgeheizt, zwischendurch wird im Winter in ein Eisloch im See abgekühlt, im Sommer im feuchten Gras. Doch nicht nur für den Körper sind die estnischen Saunas da, viel wichtiger scheint ihre Funktion als Ort der seelischen Gesundheit.
Denn während die unterschiedlichen Frauen saunieren, reden sie, erzählen sich von ihrem Alltag, von amüsanten Geschichten, nicht zuletzt aber auch von schmerzhaften Momenten, die von Belästigungen bis hin zu Vergewaltigungen reichen. „Wir schwitzen die Angst raus, wir schwitzen den Schmerz raus“ heißt es an einer Stelle, was den Effekt der Sauna ziemlich genau trifft.
Zurückhaltend bleibt dabei die Kamera – die erstaunlicherweise von einem Mann geführt wurde – auch wenn zwangsläufig viel nackte Haut zu sehen ist. Doch das schummrige Licht sorgt für Distanz, lässt die älteren und jüngeren Frauen wie Figuren auf Gemälden aus der Renaissance wirken, allerdings ohne sie zu mythischen Gestalten zu stilisieren.
Mit großer Ruhe hört Anna Hints ihren Protagonistinnen zu, die sich ihr im Laufe der jahrelangen Dreharbeiten anvertraut haben. Anfangs oft noch ohne ihr Gesicht im Bild sehen zu wollen, gerade wenn es um Geschichten sexueller Belästigung geht, später oft offener, direkter in die Kamera blickend.
Das „Smoke Sauna Sisterhood“ ein Bild der Gegenwart spiegelt wird durch Momente deutlich, in denen etwa eine moderne Dating-App wie Tinder erwähnt wird oder das allzu zeitgenössische Unding des Versendens von Dickpics. Doch die Erfahrungen, von denen die Frauen berichten – Schwangerschaften, Krebserkrankungen, Coming-Outs, sexuelle Belästigungen – sind zeitlos und verleihen dem Geschehen einen universellen Charakter. (programmkino.de)
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Sa. 20:30
ZWISCHEN UNS DAS LEBEN  DF
Hors-saison – F 2022, 115 Min.
Regie: Stéphane Brizé
mit Guillaume Canet, Alba Rohrwacher, Sharif Andoura
Ein zutiefst romantisches Drama aus der Mitte des Lebens
Trailer zu ZWISCHEN UNS DAS LEBEN
Weiterlesen... Mathieu (Guillaume Canet) ist ein erfolgreicher Schauspieler. Er hätte demnächst im Theater debütieren sollen, hat aber kalte Füße bekommen und sich aus dem Projekt zurückgezogen. Jetzt hat er sich abseits der Saison in einem Hotel für eine Thalassotherapie eingebucht. Um den Kopf freizukriegen, um neue Drehbücher zu lesen, um sich damit auseinanderzusetzen, wieso er das Risiko scheute. Da erhält er eine Nachricht von Alice (Alba Rohrbacher), mit der er vor mehr als 15 Jahren zusammen war. Sie wohnt in diesem Ort und hat mitbekommen, dass er hier ist. Beide treffen sich, was zuerst ungelenk und eigenartig ist, wie es nun mal ist, wenn Menschen, die sich einst liebten, und bei denen der eine den anderen verlassen hat, wieder gegenübersitzen. Aber es ist ein schönes Treffen. Eines, das die Vergangenheit wieder aufwühlt.
Es ist grau an diesem Urlaubsort. Die meisten Häuser sind verlassen. Eine unwirkliche Stimmung macht sich breit, die perfekt für diese Geschichte ist. Als Mathieu und Alice sich wiedertreffen, könnte ihr Leben nicht unterschiedlicher sein, auch wenn beide verheiratet sind und ein Kind haben. Bei ihm ist es gekommen, wie es sein sollte, bei ihr ist es so gut gekommen, wie es nun mal ging. So fasst Alice den Unterschied ihrer beider Leben zusammen. Ihrer Leben – das ist das, was zwischen dem Ende der Beziehung und diesem Treffen existiert. Ein Treffen, das die alten Gefühle hochkommen lässt. Vom Verlassenwerden, vom Gefühl, nicht gut genug gewesen zu sein, von der guten Zeit. Weil es die Vergangenheit so an sich hat, dass die schönen Ereignisse umso strahlender sind, und die Schlechten ein Stückweit weniger schlecht erscheinen.
„Zwischen uns das Leben“ lebt von den beiden Hauptdarstellern. Ihre Chemie ist sofort spürbar. Stéphane Brizé hat mit Sorgfalt inszeniert, beweist aber auch den Mut, mit Konventionen zu brechen. Wenn Mathieu und Alice auseinandergehen, zeigt er Momente ihres jetzigen Lebens. Still, von außen. Andere Momente sind nicht weniger unkonventionell. Etwa, wenn beide auf einer Hochzeit sind und minutenlang der Performance zweier Künstler lauschen, die akustisch perfekt Vögel nachahmen können. Der Zuschauer sieht das zusammen mit den Beiden an. Es braucht schon Mut, diese Momente des narrativen Stillstands zu präsentieren, weil sie es dem Publikum erlauben, tiefer in die von dem Film ausgelöste Gedankenwelt einzutauchen.
Das ist die eigentliche Stärke von „Zwischen und das Leben“. Dass er konsequent von einem Treffen alter Liebender erzählt, aber mit dem, was er zeigt dem Publikum eine Leinwand für die eigene Projektion bietet. Weil dieser Film unweigerlich zum Nachdenken anregt, weil die Vergangenheit niemanden jemals wirklich unberührt lässt. (programmkino.de)
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