Am 23.7. im Kinoptikum

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Di. 18:30
DIE KINDER DER UTOPIE
Pädoku – D 2019, 82 Min., Regie: Hubertus Siegert
Hochinteressante Langzeitbeobachtung vom Übergang aus dem Klassen- ins Erwachsenenleben.
Trailer zu DIE KINDER DER UTOPIE
Weiterlesen... Die ehemaligen Grundschüler/innen stehen inzwischen an der Schwelle zum Erwachsenenleben: Luca liebt die Fotografie und studiert Umweltwissenschaften, Dennis startet eine Karriere als Musical-Darsteller, Christian hat sein VWL-Studium abgebrochen und lang über seine Homosexualität gegrübelt, Marvin arbeitet in einer Werkstatt für versehrte Menschen und hat neuerdings den christlichen Glauben für sich entdeckt, Johanna macht eine Ausbildung zur Altenpflegerin, Natalie will ihr Praktikum in einer Großküche als Festanstellung fortführen und bei ihren Eltern ausziehen.
Am Anfang kehren die sechs Protagonist/innen gemeinsam an die alte Grundschule zurück. Der Blick auf das Vergangene spielt eine wichtige Rolle. Aufnahmen aus der Schulzeit (vermutlich teilweise aus Teil 1 und teilweise aus dem Rohmaterial) zeigen Achtsamkeitsübungen oder Theateraufführungen und regen die heute Erwachsenen zur Selbstreflexion an. Alle beschreiben das damals vorherrschende Klassengefühl als positiv. Die Rückschau kreist um die Frage, wie sich das Lernen in einer Inklusionsklasse in der Situation selbst angefühlt und auf das weitere Leben ausgewirkt hat.
Nach dem gemeinsamen Schulbesuch folgt Hubertus Siegert einer so simplen wie genialen Erzählstruktur: Als erste Protagonistin kommt Luca an die Reihe, bevor Dennis seine Screentime erhält – als Überleitung erfolgt jeweils ein Zweiertreffen, bei dem die wiederholte Eröffnungsfrage den Stein ins Rollen bringt: „Was machst du jetzt eigentlich?“ So entsteht ein Personenreigen, der am Ende passenderweise wieder in ein Gruppentreffen mündet.
Die Interviews finden in alltäglichen Situationen statt und wurden teils aus dem Off über die Bilder gelegt. Neben der Vergangenheit geht es zugleich um Pläne und Träume. Für die Zukunft. Die Aufnahmen sind – von vereinzelten Talking Heads abgesehen – durchweg stilvoll und im besten Sinn nüchtern. Leitmotivisch rückt Siegert immer wieder Smartphones, Laptops und andere Screens ins Bild, auf denen Videos aus der Grundschulzeit laufen. Dieser Kniff spiegelt auf elegante Weise die Verknüpfung mit dem Vorgänger „KlassenLeben“.
Manchmal ist „Die Kinder der Utopie“ etwas dröge, zumal der Gitarren-Score allzu besinnlich ausfällt. Ein hoch interessantes Projekt ist die Doku aber in jedem Fall. Am Ende schwebt die Kamera in die Höhe und schwenkt über Berlin – der Besuch von Luca, Dennis, Christian, Marvin, Johanna und Natalie ist vorerst vorbei. Schön wäre es, wenn Hubertus Siegert in ein paar Jahren noch mal nachschaut, wie es ihnen ergangen ist. (programmkino.de)
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Di. 21:00
SCHICK MIR KEINE BLUMEN  OmU
D-Day CommemorationSend Me No Flowers – USA 1964, 95 Min., Regie: Norman Jewison
mit Doris Day, Rock Hudson, Tony Randall
Oft kopierter Screwball-Klassiker mit dem Traumpaar des unbefleckten Hollywoodkinos.
Trailer zu SCHICK MIR KEINE BLUMEN
Weiterlesen... Der Hypochonder George Kimball hört bei einem routinemäßigen Arztbesuch an einem Freitagvormittag zufällig ein Telefongespräch seines Arztes Dr. Morrissey mit an, in dem es um einen todkranken Patienten geht. Wie Dr. Morrissey seinem Gesprächspartner erläutert, plane er nicht, den Patienten über dessen nahenden Tod in Kenntnis zu setzen. George glaubt – wie für den Zuschauer bereits jetzt deutlich wird: zu Unrecht – fest daran, er sei der Patient, von dem das Telefongespräch handle und der nur noch wenige Wochen zu leben habe.
In diesem Glauben verlässt George die Praxis und unterrichtet noch am gleichen Tag seinen Freund und Nachbarn Arnold Nash über seinen scheinbar bevorstehenden Tod. Arnold weist ihn darauf hin, dass Georges Frau Judy wohl nach dessen Tod wieder heiraten werde, was George dazu veranlasst, über das Wochenende zusammen mit Arnold einen geeigneten neuen Ehemann für seine Frau Judy zu suchen, ohne diese jedoch über den Gesundheitszustand ihres Gatten informieren zu wollen. Sein eigenartiger Versuch, Judy mit ihrem einstigen Schulfreund Bert zusammenzubringen, versetzt Judy schließlich in den Glauben, ihr Ehemann George betrüge sie mit einer anderen Frau. Um sich von diesem Vorwurf zu befreien, erzählt George Judy von seinem nahenden Tod, woraufhin Judy vergeblich den über das Wochenende zum Angeln weggefahrenen Dr. Morrissey zu erreichen versucht.
Erst am Sonntagabend steht dieser plötzlich vor der Haustür der Kimballs, um ihnen gut gelaunt einen Teil seiner während des Wochenendes gefangenen Fische anzubieten. Während George in diesem Augenblick im Bett liegt, erfährt Judy vom Arzt, dass ihr Ehemann in Wirklichkeit gesund „wie ein Fisch im Wasser“ sei. Für Judy ergibt sich aus dieser Information wie von selbst, dass George sich sein baldiges Ableben nur ausgedacht habe, um eine Affäre zu verdecken. Außer sich vor Wut wirft sie daraufhin George aus dem Haus und plant, die Stadt zu verlassen. Vergeblich versucht George sie umzustimmen. Erst als am nächsten Tag der Bestattungsunternehmer Mr. Akins, bei dem George Tage zuvor bereits eine Grabstätte gekauft hat, die Quittung ebendieser Transaktion vorbeibringt, ist Judy davon überzeugt, dass George keine Affäre hat, sondern tatsächlich nur zu Unrecht geglaubt hat, sein Tod stehe bevor.
Der Film ist nach Bettgeflüster und Ein Pyjama für zwei die dritte und letzte Liebeskomödie, die Doris Day und Rock Hudson gemeinsam zeigt. (wikipedia)
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